

Yanagicha ist der Tee, der nach dem Tee kommt. Kurz nach der Feinpflückung im Frühjahr, aus der die hochwertigen Sencha entstehen, werden Anfang Mai die etwas größeren, frisch nachgewachsenen Blätter geerntet. Sie werden nicht zu Nadeln gerollt, sondern flach gefaltet, daher der Name Yanagicha, "Weidentee", nach der Form der Blätter.
Was nach Nebenprodukt klingt, ist in der Tasse das Gegenteil von beiläufig: ein heller, floraler Bancha mit blumigem Duft und einem kräftigen, frischen Unterton, der den ganzen Tag trägt. Niedrig im Koffein, mild genug für den Abend, und ergiebig — bis zu fünf Aufgüsse, wobei die späteren leicht an Oolong erinnern, ohne dass der Tee fermentiert wäre. Auch kalt aufgegossen als Mizudashi entfaltet er seine Süße.
Gewachsen ist er bei der Familie Morimoto in Miyazaki auf Kyūshū, wo Tee über mehrere Sortenfelder hinweg angebaut wird — für diesen Bancha vor allem Oku Midori, Minami Sayaka und Yabukita. Ein Tee ohne große Geste, der einfach jeden Tag funktioniert.
